Wissen · Selbstliebe & Eigenverantwortung
Irgendwann stellst du dir die Frage: Wie übernehme ich Verantwortung für mein Leben? Sie taucht selten aus heiterem Himmel auf. Meistens steht davor eine längere Zeit, in der du gespürt hast, dass etwas nicht mehr stimmt, und in der du gewartet hast. Auf eine Veränderung von außen. Auf eine Entscheidung, die jemand anderes trifft. Auf den richtigen Zeitpunkt.
Die ehrlichere Fassung dieser Frage lautet: Was davon liegt bei mir, und was mache ich als Nächstes damit? Das Einzige, was es dafür braucht, ist deine Bereitschaft, gnadenlos ehrlich zu dir selbst zu sein.
Greg Hunting sagt einen Satz, der beim ersten Hören hart klingt und beim zweiten befreiend wirkt:
„Ich habe das Leben, das ich akzeptiere."
Greg HuntingEr gibt dir damit einen Hebel in die Hand. Alles, was du still hinnimmst, bleibt: der Job, der dich seit Jahren müde macht, das Gespräch, das du seit Monaten aufschiebst, die Gewohnheit, von der du selbst weißt, dass sie dir nicht guttut. Solange du es akzeptierst, bleibt es genau so.
In dem Moment, in dem du eines davon nicht länger hinnimmst, beginnt die Veränderung. Meistens fängt sie klein an: mit einem Gespräch, einem Anruf, einem Satz, den du endlich aussprichst.
Diese beiden Wörter landen oft im selben Topf, und das macht Eigenverantwortung schwerer, als sie ist.
Schuld schaut zurück und sucht jemanden, bei dem sie liegen bleiben kann. Verantwortung schaut nach vorn und fragt nach dem nächsten Schritt. Was dir widerfahren ist, hast du nicht zu verantworten. Was du daraus machst, schon.
Greg spricht von völliger Eigenverantwortung, und er meint es wörtlich: keinen Anteil, den du mit den Umständen teilst, und keinen Rest, den du für schlechte Zeiten aufhebst. Der eigentliche Gewinn dabei heißt Macht. Wenn du die Verantwortung für dein Leben abgibst, gibst du die Macht darüber gleich mit ab — an andere Menschen, an die Umstände, an den Zufall. Wenn du die Verantwortung übernimmst, hast du dein Leben wieder selbst in der Hand.
Viele Menschen behandeln Selbstliebe wie eine Belohnung, die am Ende eines langen Weges wartet: erst aufräumen, erst erfolgreich sein, dann sich mögen. In Gregs Arbeit steht sie am Anfang, weil sie alles andere trägt.
„Ich liebe mich, egal was kommt! Rückschläge gehören zum Leben. Ich lern daraus und mache es besser."
Greg HuntingSelbstliebe ist dabei erstaunlich handfest. Sie zeigt sich daran, wie du mit dir sprichst, wenn etwas schiefgegangen ist. Daran, ob du dir Ruhe zugestehst, ohne sie dir vorher zu verdienen. Und daran, ob du dein Wort dir selbst gegenüber genauso ernst nimmst wie das Wort, das du anderen gibst.
Gemeinsam mit der Eigenverantwortung wird daraus etwas, das dich durch schwierige Zeiten trägt, auch dort, wo du gerade nicht weiterweißt. Auf beides kannst du dich immer verlassen, weil du weißt: Du hast es in der Hand, etwas zu ändern. Manches braucht seine Zeit, und es bewegt sich.
Greg Hunting hat 25 Jahre lang ein Familienunternehmen geführt und es nach 300 Jahren Familientradition verkauft, um Musiker zu werden. Von außen war das ein Bruch. Von innen war es die Folge einer einzigen klaren Erkenntnis: dass das Leben, das er über Jahrzehnte aufgebaut hatte, längst nicht mehr seines war.
Interessant ist, was danach kam. Es gab niemanden mehr, dem er die Verantwortung für sein Leben hätte zuschieben können. Keine Familientradition, keine Belegschaft, keine Erwartung von außen, hinter der sich eine unbequeme Frage verstecken ließ. Aus dieser Zeit entstanden zwölf Songs, die inzwischen Menschen in 166 Ländern hören.
Heute beschreibt er diesen Weg als Rückkehr in ein bewusstes Leben mit voller Eigenverantwortung. Er ruht in seiner Mitte, voller Kraft und Energie. Genau das gibt er auf der Bühne weiter, aus dem Erlebten heraus.
Für dich zum Mitnehmen
Eigenverantwortung wächst aus kleinen, wiederholten Entscheidungen. Drei davon wirken sofort.
Sag „ich will" statt „ich muss". Achte eine Woche lang darauf, wie oft dir „ich muss" herausrutscht. Bei den meisten dieser Sätze stimmt „ich will" genauso, und der Unterschied verändert deine ganze Perspektive. Nimm die rote Ampel: Du hältst dort nicht, weil du musst. Du hältst, weil du den Sinn dahinter siehst und es deshalb so willst. Dieser Wechsel vom Müssen zum Wollen verändert den Blick auf dein ganzes Leben: Aus einer Kette von Verpflichtungen werden Entscheidungen, die du selbst triffst. Bei der Arbeit, in deiner Beziehung, bei allem, was du dir vorgenommen hast.
Erkenne das Bleiben als Entscheidung. Abzuwarten ist genauso eine Wahl, und sie hat Folgen. Sobald du sie als deine Wahl siehst, kannst du sie bewusst treffen oder ändern.
Nimm aus jedem Rückschlag dein Lernen mit. Rückschläge gehören zum Leben und werfen dich nicht aus der Bahn, wenn du weißt: Du lernst jeden Tag dazu, morgen bist du besser als heute und übermorgen wieder ein Stück weiter. Halte fest, was du gelernt hast. Dann gewinnst du auch aus einem Rückschlag.
Greg hat dafür einen eigenen Satz:
„Das Leben ist immer für mich!"
Greg HuntingDas ist eine Entscheidung über deine Perspektive, und du triffst sie in jeder schwierigen Lage neu. Statt zu fragen, warum dir das passiert, fragst du: Was will das Leben mir damit zeigen? Was darf ich daraus lernen?
Diese beiden Fragen bringen dich in Bewegung, während die Warum-Frage dich festhält. Sie richten deine Kraft auf den nächsten Schritt.
Drei Fragen
Diese drei Fragen stellt Greg gern, wenn ihm jemand von einer festgefahrenen Lage erzählt. Sie beantworten sich am besten schriftlich und in Ruhe.
Erkenntnisse dieser Art haben es an sich, dass sie im Alltag verblassen. Du liest sie, nickst, und drei Tage später sind sie weg.
Ein Gedanke, der an einer Melodie hängt, kommt zurück, sobald der Song wieder läuft. Greg nennt das den Anker, und darin liegt die Verbindung zwischen seiner Arbeit als Mentor und seiner Musik. Selbstliebe, Eigenverantwortung und die Bewusstheit für den eigenen Weg stehen in seinen Vorträgen genauso im Mittelpunkt wie in seinen Songs.
Und es hört bei dir nicht auf. Wer die Verantwortung für sich übernimmt, wird für die Menschen ringsum verlässlicher. Aus Eigenverantwortung wächst Verbundenheit.
Fragen & Antworten
Eigenverantwortung heißt: Deine Reaktion, deine Entscheidungen und dein nächster Schritt liegen bei dir, unabhängig davon, wie die Ausgangslage entstanden ist. Schuld sucht einen Verursacher in der Vergangenheit, Eigenverantwortung sucht die nächste Handlung. Der Gewinn liegt in der Macht über dein eigenes Leben: Du gestaltest wieder, statt auf eine Veränderung von außen zu warten.
Am besten über dein Verhalten. Behandle dich eine Woche lang so, wie du einen guten Freund in deiner Lage behandeln würdest: freundlich im Ton, ehrlich in der Sache und großzügig im Umgang. Zu einem Freund würdest du nie sagen, er sei eine Pfeife und zu nichts zu gebrauchen. Dir selbst sagst du solche Sätze vielleicht täglich. Ändere zuerst den Ton, das Gefühl kommt nach.
Was dir zugestoßen ist, hast du nicht zu verantworten. Wie du damit umgehst, liegt bei dir. Diese Unterscheidung nimmt Druck und gibt dir die Gestaltung zurück: Du rechtfertigst nichts, und du entscheidest trotzdem, welchen Platz das Geschehene in deinem weiteren Leben bekommt.
Wenn du das mit deinem Team oder deinem Publikum erleben willst
Greg Hunting spricht über Selbstliebe, Eigenverantwortung und den Mut zum eigenen Weg — als Vortrag von 30, 60 oder 90 Minuten oder als Workshop über zweieinhalb Stunden, in dem die Teilnehmer selbst arbeiten. Buchbar auf Deutsch und Englisch.
● all in.
Wenn du jetzt einfach etwas hören willst
„Morning Sun" ist der Moment, in dem du aufstehst und den Tag zu deinem machst. „Love and Peace" zeigt, wohin das führt, wenn viele Menschen diesen Schritt gehen: eine Hymne für Verbundenheit in einer zerrissenen Welt.